27.04.2026 - Schwäbische Zeitung - Bernd Baur
ASB überschreitet erstmals 15-Millionen-Euro-Marke
Der Kreisverband Oberschwaben Nord des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) ist Ausdruck für gelebte Menschlichkeit und Fürsorge für andere. Im Geschäftsjahr 2025 konnte erstmals die Umsatzmarke von 15 Millionen Euro überschritten werden.
Bewahren und weiterentwickeln: Das Jahr 2025 stand für den ASB unter diesen beiden zentralen Leitmotiven, sagte die Vorsitzende Diana Seichter-Mäckle bei der ordentlichen Mitgliederversammlung. Wenn es um die Pflege, den Rettungsdienst oder die sozialen Dienste geht, „leistet der ASB im Landkreis Biberach einen unverzichtbaren Beitrag und ist ein verlässlicher Partner“. Mit 252 engagierten Mitarbeitern und 68 ehrenamtlich Engagierten („Ohne sie wären viele Projekte nicht möglich“) hat der ASB im vergangenen Jahr seine Aufgaben als Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation in der Region wahrgenommen. „Wir sind ein leistungsfähiges Team. Wir werden die Zukunft des ASB auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gemeinsam und aktiv gestalten“, dankte ASB-Geschäftsführerin Roswitha Ruf allen für die herausragende Leistung im letzten Jahr.
In welchen Bereichen diese Leistungen erbracht wurden und wie sie sich letztlich zahlenmäßig auswirkten, präsentierte Roswitha Ruf bei der Versammlung. Erneut umsatzstärkster Sektor war die Pflege. In der stationären Pflege verzeichnet der ASB in den beiden Pflegeheimen in Schwendi und Laupheim mit insgesamt 135 Plätzen eine nahezu 100-prozentige Belegungsquote. Den Umfang der Leiharbeit bei den Pflegefachkräften in den beiden Heimen (Schwendi, acht; Laupheim, vier) konnte der ASB im Laufe des Jahres deutlich reduzieren und die Stellen mit eigenen Beschäftigten besetzen.
Der ambulante Pflegedienst führte 2025 insgesamt 7347 Hausbesuche durch. 119 Personen nahmen diese Hilfe in Anspruch. Und im Samariterheim in Orsenhausen können täglich bis zu 15 Gäste die Tagespflege besuchen, die durchschnittliche Belegungsquote betrug hier 82 Prozent.
Ein zentraler Bestandteil für den ASB bleibt der Rettungsdienst. 1359 Rettungseinsätze absolvierten die Samariter 2025. Dabei begleiteten die ASB-Notfallsanitäter 1208 Einsätze von Notärzten (359 weniger als 2024), ausgehend von den Wachenstandorten Schwendi und Riedlingen. Weil im vergangenen Jahr aufgrund von Personalmangel nicht alle drei Krankentransportwagen durchgehend besetzt werden konnten, verzeichnete der Bereich Krankentransport mit 745 Fahrten bereits im zweiten Jahr in Folge einen weiteren Rückgang. 2025 lag diese Abnahme bei 537 Fahrten gegenüber 2024.
Ein wachsender Leistungsbereich für den ASB ist der Hausnotruf. In 277 Haushalten (plus sieben) war dieses System installiert, 75 Neuaufschaltungen gab es. 33 Teilnehmer (plus zehn) nutzten auch den Mobilnotruf.
Sehr aktiv zeigte sich der ASB auch in der Breitenausbildung. Zu 89 Kursen in Erster-Hilfe-Maßnahmen meldeten sich 943 Teilnehmer an. Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten (EHSH) wurde in acht Kursen an 83 Kindern vermittelt. Am Carl-Laemmle-Gymnasium in Laupheim bildete der ASB sieben neue Schulsanitäter aus.
Beim ASB Region Oberschwaben Nord erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten 2025 gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent auf 252 Personen. Im gleichen Zeitraum kletterten die Personalkosten um 9,73 Prozent auf 9,63 Millionen Euro. Diese stellen den größten Posten bei den Ausgaben dar, „daran sieht man, dass wir ein Dienstleister sind“, erklärte Schatzmeister Jürgen Rohmer. Er konnte eine Umsatzsteigerung beim Gesamtgeschäft um 16,6 Prozent auf rund 15,75 Millionen Euro vermelden - So viel wie noch nie in der 60-jährigen Geschichte des hiesigen ASB, „darauf sind wir stolz“. Größter Einnahmeposten war die stationäre Pflege mit rund 9,54 Millionen Euro. Unter dem Strich verkündete Jürgen Rohmer für 2025 ein positives Betriebsergebnis (nach Abschreibungen) in Höhe von rund 824.000 Euro. Diese Mittel werden der Eigenkapitalrücklage zugeführt.
Einen großen Stellenwert, verbunden mit Wertschätzung, hat das Ehrenamt beim ASB, den 5232 Mitglieder unterstützen. Die stellvertretende Vorsitzende Klara Grimm bezifferte die geleisteten Stunden der ehrenamtlich Tätigen auf 500 durch die Vorstandsmitglieder, auf 245 bei der Nachwuchsarbeit mit den 42 Kindern und Jugendlichen, auf 354 durch die fünf Helfer der Hausfreunde vom Seniorenzentrum an der Rottum in Laupheim und auf beeindruckende 4135 Stunden, die die 25 Helfer des Freundeskreises vom Schwendier Seniorenzentrum „Sofie Weishaupt“ für und mit den Bewohnern erbrachten.
2464 Übungs-, Einsatz- und Arbeitsstunden leisteten die zehn Mitglieder des ASB-Rettungshundezugs, der 2025 insgesamt 15 Einsätze verzeichnete und sechs geprüfte Rettungshunde in seinen Reihen hat, wie die stellvertretende Staffelleiterin Alex Pfeiffer berichtete.
„Die wirtschaftlichen Verhältnisse beim ASB sind geordnet und die Finanzmittel werden satzungsgemäß verwendet“: Dieses Ergebnis der Unterlagenprüfung durch die dreiköpfige Kontrollkommission gab Josef Arzt bekannt. Bürgermeister Wolfgang Späth und Laupheims Erste Bürgermeisterin Eva-Britta Wind würdigten in ihren Grußworten den wichtigen Dienst des ASB zum Wohle der Bürgerschaft.
Kontinuität brachten die fälligen Wahlen bei der Ämterbesetzung der Vorstandschaft. Alle zur Wahl stehenden Personen wurden für eine weitere Arbeitsperiode bestätigt. Einzig auf dem Posten des zweiten stellvertretenden ASB-Vorsitzenden gab es einen personellen Wechsel. Der bisherige Amtsinhaber Georg Schmid wurde mit Lob verabschiedet. Seit 60 Jahren ist er Mitglied im ASB, 30 Jahre davon engagierte er sich „als hilfsbereiter und kompetenter Samariter“ unter anderem in der Vorstandsarbeit. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung Günther Karremann, ehemaliger Bürgermeister von Schwendi.