15.06.2015 - Schwäbische Zeitung - Bernd Baur

"Aus der Region nicht mehr wegzudenken"

Foto: Bernd Baur
Ehrungen für zehnjährige aktive Mitarbeit im Freundeskreis des ASB Seniorenzentrums "Sofie Weishaupt": (von links) Marliese Walter, ASB-Schatzmeister Jürgen Rohmer, Günther Rahn, Seniorenzentrum-Leiterin Roswitha Ruf, Rita Weishaupt, Maria Heinz, Klara Grimm, Lore Buhl, Brigitte Kurzmeier, die ASB-Vorsitzende Diana Seichter-Mäckle, Marlies Karle und Franz Seeler.




Arbeiter-Samariter-Bund Orsenhausen-Biberach feiert 50. Geburtstag

SCHWENDI - 50 Jahre Arbeiter-Samariter-Bund Region Orsenhausen-Biberach, zehn Jahre ehrenamtliche Hilfe durch den Freundeskreis Seniorenzentrum "Sofie Weishaupt": Mit einem Festabend hat der ASB am Freitag dieses Doppeljubiläum gefeiert.
Die rasante Entwicklung der hiesigen Samariter-Organisiation, von einer durch Idealisten mit Pioniergeist gegründeten Sanitätskolonne im Jahr 1965 bis hin zu einem sozialen Dienstleister, der in der Region alles aus einer Hand anbietet, wurde in den Reden gewürdigt. Und es wurde dem Engagement der Menschen gedankt, die zum Gelingen der ASB-Arbeit in den vergangenen fünf Jahrzehnten beigetragen haben.
"In den 50 Jahren beim ASB Orsenhausen, seit 1989 ASB Orsenhausen-Biberach, hat sich viel getan", erinnerte Diana Seichter-Mäckle an die ereignisreiche Vergangenheit der Hilfsorganisation. Vor 180 geladenen Gästen in der Veranstaltungshalle blickte die ASB-Vorsitzende auf den bescheidenen Anfang zurück. Nach einigen Erste-Hilfe-Kursen in Orsenhausen entstand die Idee, dort den ASB ins Leben zu rufen. Elf Gründungsmitglieder um Adolf Steinmayer legten mit diesem Handeln den Grundstein für den ASB, wie er sich heute präsentiert.
"Der ASB ist aus der Region nicht mehr wegzudenken", erklärte Diana Seichter-Mäckle. Rettungsdienst und Krankentransport, kurz nach der Gründung eingeführt, seien bis heute ein wichtiger Teil der Arbeit. Diese wurde im Lauf der Zeit durch entsprechende Angebote ausgebaut. 1984 kam der Fahrdienst hinzu, im gleichen Jahr gab es erste ambulante Angebote für Senioren. Mit dem Bau der Tagespflege 1998 und dem Bau des Pflegeheims in Schwendi 2006 hat der ASB seine Dienstleistungs-Palette wesentlich erweitert. Eine weitere Einrichtung ist gerade im Entstehen: Auf dem Laupheimer Rupf-Areal wird noch in diesem Jahr ein ASB-Pflegeheim fertiggestellt.
Hauptamtliche Mitarbeiter - gegenwärtig 102 - sind als Samariter unterwegs, jedoch sei der Einsatz der etwa 130 ehrenamtlichen Helfer in diversen Bereichen sehr wichtig, betonte Seichter-Mäckle. Um hierfür Nachwuchs zu gewinnen, sollen durch den Aufbau einer starken Jugendgruppe Interessierte an den ASB herangeführt werden. Weil aktuell ein Fachkräftemangel in der Pflege spürbar ist, "müssen wir junge Menschen für den Beruf der Altenpflege begeistern und ausbilden", sieht die Vorsitzende eine Aufgabe für den ASB in den kommenden Jahren. "Der ASB Orsenhausen-Biberach muss sich den gesellschaftlichen und rechtlichen Veränderungen stellen und die Herausforderungen annehmen", blickte sie nach vorn.
Der gewaltigen Aufbauleistung des regionalen ASB zollte Wilhelm Müller vom ASB-Bundesvorstand Respekt. "Niemand hätte einen Heller gegeben, dass der ASB im Dorf Orsenhausen eine Zukunft hat", erinnerte er daran, dass der ASB im ländlichen Bereich nicht so zu Hause ist. Umso mehr dankte er allen für ihre Arbeit und wünschte dem ASB eine gute Zukunft.
Auf die Entwicklung in den vergangenen 50 Jahren könne der ASB Orsenhausen-Biberach stolz sein, ergänzte Utz Traut, Vorstandsmitglied des ASB-Landesverbands Baden-Württemberg. In der Region decke der ASB ein sehr breites Spektrum ab. Traut wünschte sich, "dass das Jubiläum dazu animiert, sich wieder mehr mit dem ASB zu identifizieren, und dass das Vereinsleben, das heute nicht mehr so stark im Vordergrund steht, gestärkt wird".
Dem mittelständischen Sozialunternehmen ASB gratulierte Hermann Kienle, Leiter des Kreissozialamts, auch im Namen von Landrat Heiko Schmid zum Jubiläum. "Der ASB bietet die Leistungen immer in hoher Qualität und Menschlichkeit an", dankte Kienle für alle Angebote. Ohne den ASB würde eine große Versorgungslücke im Landkreis bestehen.
Menschen, die Unterstützung brauchen - "sie sind das Maß aller Dinge für den ASB und dies seit 50 Jahren", sagte Laupheims Bürgermeister Rainer Kapellen. Der ASB beweise die Fähigkeit, auf soziale Herausforderungen einzugehen, er zeige Kontinuität und Zuverlässigkeit. Ausdrücklich dankte Kapellen dem ASB "für die lange Ausdauer am Standort Laupheim" beim Bau des Pflegeheims.
Von einer 50-jährigen Erfolgsgeschichte des ASB sprach Schwendis Bürgermeister Günther Karremann in seinem Grußwort. "Das Jubiläum nehme ich zum Anlass, mich beim ASB und seinen Mitarbeitern für die hervorragende Hilfe in allen Notlagen und den uneigennützigen Einsatz und Dienst am Nächsten zu bedanken", sagte Karremann, der auch den Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen des ASB eine große Bedeutung in der Region beimisst.
50 Jahre ASB Orsenhausen-Biberach sind Realität. Mit Illusionen und Zaubereien lockerte der Magier Markus Bender den Festabend auf. Musikalisch unterhielten die sechs Musiker der "Souvenirs".

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